Öffentliches Tagebuch #1 Warum und wohin?

Verdammt.

Jeder Mensch, der sich intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung, Wachstum und seinem Erfolg auseinandersetzt, kommt irgendwann zu dem Punkt, an dem ich jetzt stehe.
Tausende Videos und Artikel habe ich zu fast allem geschaut und gelesen und doch gibt es noch so viel mehr zu wissen. Es geht nicht mehr weiter. Es sei denn..

Ich setze um, was ich gelernt habe.

Was habe ich gelernt? Ich möchte dazu eine kleine Geschichte erzählen:
Letztens arbeitete ich etwas vor mich hin, als die Frau aus der anderen Abteilung ein Gespräch mit mir aufnahm. Sie ist begeisterter Veganer, Tierschützerin und baut selbst gerne Möbel für Ihre eigene Wohnung und letztens sogar eine kleine Mauer für eine Außendusche im Garten. Soweit so gut, eine nette Ablenkung von der Monotonie, doch einige Zeit nach unserem Gespräch hörte ich, wie sie mit einer anderen Mitarbeiterin sprach. Die Rede war von einem Erbe, der Erbschaftssteuer und Geld. Ich horchte auf, mich interessiert alles, was ich zu diesem Thema herausfinden kann, sei es noch so wenig. Dann geschah es. „Um Reich zu sein, muss man Glück haben, in der Lotterie gewinnen oder sowas.. Und das verliert man dann sowieso ganz schnell.“
Aua. Wenn ich eine Sache über Erfolg gelernt habe, dann ist es der Fakt, dass man an sich glauben muss, um ihn zu haben. Eine Telefonnummer als Kontostand haben zu wollen ist ein mögliches Ziel, aber wenn man sich auf eine Lotterie und nicht auf sich selbst verlässt, also seine Verantwortung abgibt, hat sich dieses Ziel schon erledigt. Unmöglich.

Erfolg setzt sich im Großen und Ganzen aus 4 Faktoren zusammen:
1. Potential
2. Tun
3. Folgen
4. Überzeugung

Kannst du tun, was du dir vorgenommen hast? Tust du, was du machen wolltest? Sind die Ergebnisse deines Handelns im Einklang mit deinen Zielen? Glaubst du an dich?
Jeder Faktor davon bestimmt die anderen jeweils mit. Solltest du kein Potential in etwas haben, klappt es nicht. Solltest du es nicht tun, gibt es nichts, was klappen könnte. Hat dein Handeln absolut unerwartete Ergebnisse, die dich nicht weiterbringen? Ändere den Kurs oder es klappt nicht. Du glaubst nicht an dich? Du hast schon verloren.
Bei richtiger Wahl des Bereichs, hast du das Potential, du kannst immer daran arbeiten und zwar täglich, die Folgen lassen sich bestimmen und deine Überzeugung wächst mit jedem neuen Erfolg. Anstatt eine Abwärtsspirale in Gang zu setzen, erschaffe lieber eine Aufwärtsspirale, die dich gnadenlos in den Himmel reißt. Da die meisten Menschen unglaubliches Potential in fast allen Dingen haben, kannst du ruhig davon ausgehen, dass du einfach anfangen musst.

Henry Ford sagte einmal:Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten. Stimmt.
Ich persönlich habe schon immer diesen Splitter im Kopf, der mir sagt, dass ich das alles kann. Dieser Splitter ist mehr wert als alle Talente, Erfahrungen und Errungenschaften, weil er es mir ermöglich selbst unter den schlechtesten Bedingungen, dem niedrigsten IQ und gebrochenen Knochen noch etwas zu reißen. Dieser Splitter ist Glaube an mich selbst und mein Potential, aber auch der Selbsthass, wenn ich mich in 20 Jahren im Spiegel ansehen würde und weiß, dass ich die besten Jahre meines Lebens als Sklave für ein geringes Gehalt abgesessen habe. Ich nenne ihn nicht grundlos einen Splitter, manchmal tut er weh, aber es ist ein Zeichen der Autonomie und Kraft, wenn man sich für den Schmerz der Disziplin entscheidet, wenn man auch den Schmerz der Schuld und Reue wählen könnte, weil man seine Träume nicht verwirklicht hat.

Wir verwirkliche ich also mein Potential, sodass dieser Splitter mich nicht eines Tages umhaut? Nun, ich habe bereits begonnen. Ich schreibe einen Blog, ist zwar wahrscheinlich eine ganze Menge Nonsense dabei, aber irgendwas wird kleben bleiben, wenn ich es ins Netz werfe. Ich mache einen Podcast, damit noch mehr Menschen mich hören können, in der Gruppe auf Facebook kommunizieren wir miteinander, unterstützen uns gegenseitig, auf YouTube gibt es persönliche Vlogs und bald bringe ich ein Buch raus.
Was hat sich also geändert? Ich bin aktiv: Die Planungsphase ist vorbei, jetzt wird umgesetzt. Es wird nicht mehr genörgelt oder aufgeschoben, denn ich habe eine Motivation.

Die Schule ist gerade vorbei und mir wird klar, wie die Erwachsenenwelt funktioniert. Die meisten springen ihr gesamtes Leben von einem Job zum Nächsten, bilden sich dabei nicht sonderlich weiter und sind mit ihrem Wochenende zufrieden. Ich möchte das nicht, also will ich für die Dinge bezahlt werden, die ich gerne mache: Dinge schreiben, öffentliche Reden halten und mich weiterentwickeln. Alles was ich vorhabe, kann wiederholt werden, also hoffe ich, dass dieser Blog eine Art Vorlage für den Erfolg wird. Jetzt muss ich mich nur noch an die Arbeit machen.

Was sind die nächsten Schritte? 
Ich muss einige Podcasts aufnehmen und hochladen, am liebsten drei auf einmal, dürfte kein Problem sein. Geplant habe ich bis jetzt Episoden über Lebensphilosophie, Motivation und Zielen.
Ich muss mein Buch weiterschreiben, es handelt sich dabei um eine kommentierte Sammlung all meiner Gedichte bis jetzt. Mir gefällt es daran zu arbeiten. Kein Problem.
Ich muss viele Blogposts schreiben, am liebsten täglich. Schaffe ich.
Ich muss eine Internetfirma aufbauen, die mir genug Einkommen beschert, um frei zu sein. Wie mache ich das denn?

Wenn ich etwas gut kann, dann mich in ein Thema einzuarbeiten. Wenn ich mehr finanzielle Freiheit erreicht habe, gibt es darüber einen Podcast und eine Schritt für Schritt Anleitung.
Ich verbleibe mit etwas Angst vor meinen Zielen und ein wenig Hoffnung in meine Fähigkeiten.

Blaupause Minimalismus

Machen wir eine Zeitreise.

Stellt euch vor, dass wir uns mehrere Tausend Jahre vor der ersten Zivilisation an einem schönen Strand befinden. Jetzt wollen wir alles loswerden, was nicht zur Zeit passt, um nicht aufzufallen. Wir legen also unser Smartphone und unseren Schmuck, unsere Tattoos (wie auch immer man das tun soll?) und sämtliche Kleidung ab. Jetzt stehen wir nackt an einem Strand, vermissen unsere Technologie und Dinge, die wir früher nie geschätzt haben. Ich spreche von Verkehrsmitteln, Toiletten, Stühlen und Tischen, Duschen und Badewannen, fließendem Wasser im Allgemeinen, Papier und Stift, Werkzeuge, Kühlschränke und Tiefkühltruhen, Bücher und das Internet, Betten, Straßen, Supermärkte, Farmen, Computer, Zelte, Häuser und Medizin.

Verdammt. Ein Spaziergang am Strand war auch mal schöner.

Ich möchte nicht die falsche Vorstellung erwecken, dass Minimalismus danach strebt uns wieder in diese Situation zurückzubringen. Das wäre Hardcore, sogar für Asketen. Minimalismus möchte uns vielmehr die Möglichkeit bieten die oben genannten Dinge als Luxus zu genießen. Minimalisten erreichen dieses Ziel durch die Reduktion ihrer Besitztümer und die Maximierung ihrer Erfahrungen. Ein waschechter Minimalist mistet also konstant seine Räume aus, verzichtet teilweise sogar auf eine echte Matratze, weil ein japanischer Futon scheinbar reicht oder schläft direkt auf dem Boden. Jedoch unterscheidet sich die Intention des Minimalisten stark von der des Asketen, welcher per Definition den Freuden des Lebens entsagt, weil er keine Erfüllung darin findet. Ein Minimalist entsagt nicht den Freuden der Dinge in seinem Leben, jedoch möchte er seine Besitztümer kritisch hinterfragen, sie auf ihre wahrhaftige Wertigkeit testen. So kommt es, dass auch ein Minimalist etwas kauft, was ihm den Alltag erleichtert oder ihm langwierig Freude bereitet. Jemand der leidenschaftlich Uhren sammelt wie mein Großvater oder Old-Timer restauriert und in der Garage stehen lässt, kann ein Minimalist sein, denn er kauft nichts, um sein Selbstwertgefühl zu steigern, sondern nur, weil es ihn glücklich macht.

Wenn man die Maxime des Minimalismus weiter betrachtet, kommt man irgendwann zu dem Schluss, dass gerade die eigene Zeit der wertvollste Rohstoff unseres Lebens ist, den wir nicht mehr zu schätzen wissen. So leeren kluge Minimalisten nicht nur ihren Kleiderschrank, sondern auch ihre Terminkalender. Interessanterweise bewirkt aber auch das Leeren des Kleiderschranks und ähnlicher Dinge, eine Reduktion von Entscheidungen, die wir täglich treffen. Wenn wir am Tag weniger Entscheidungen treffen haben wir viel mehr Zeit.

Rechnen wir das einmal kurz aus. Nehmen wir an ich hätte 15 unterschiedliche Shirts und 5 unterschiedliche Hosen in meinem Kleiderschrank. Jeden Morgen nach dem Duschen brauche ich vielleicht 2 Minuten, um mir etwas rauszulegen, was ich tragen möchte. Jeden morgen 2 Minuten. 2 • 365 = 730 Minuten = ca. 12 Stunden. Nehmen wir an jeder Tag hätte 6 Produktive Stunden, was in der Zeit von unaufhaltbarer (eigentlich nicht) Smartphone-Unterbrechung lächerlich hoch geschätzt ist (Ich persönlich gehe höchstens von zwei Stunden täglich aus, an der wir tatsächlich etwas Wichtiges [Familie/Freunde/Kochen] tun und vielleicht noch einer weiteren in der wir etwas Produktives [eigene Projekte/Kunst] tun), selbst dann verlieren wir zwei ganze Tage. Stellen sie sich vor, wie radikal diese Rechnung sich auf die massive Zeitverschwendung unserer Zeit anwenden lässt. Deutsche konsumieren täglich im Durchschnitt über 2 Stunden Fernsehprogramme. 2 • 365 = 730 Stunden = 30,4 Tage = Ein Monat. 

Mathematik hat noch nie so wehgetan.

Entscheidungen, Gegenstände und auch negative Menschen sollten aus dem Leben entfernt werden, denn wir wollen Produktiv sein und nicht Beschäftigt.

Minimalismus hat einen Vorteil: es ist eine stetige Gedankenübung mit weniger auszukommen, als man hat. Praktiziert man diese Gedanken lang genug wird man mutiger, weil man die Angst vor dem Scheitern reduziert. In der Stoa nennt sich diese Vorgehensweise Negatives Visualisieren. Damit soll man mehr Dankbarkeit für die Dinge und Menschen empfinden, mit denen man umgeht und weniger Verlust empfinden, wenn sie aus dem Leben verschwinden. Man stellt sich ab und zu einmal kurz vor, wie es wäre diese Gegenstände oder Menschen nicht mehr zu haben und macht anschließend weiter.

Call to Action: Ich möchte den nächsten Monat Minimalismus praktizieren, jeden Tag werde ich eine Sache aus meinem Leben entfernen und anschließend schreiben, wie ich damit umgehen konnte.

Fazit: Löse dich von Dingen, damit du sie besitzt und nicht umgekehrt. Werde Dinge und Termine los, wenn nötig auch Menschen, die dich nur Zeit und Energie kosten (Es sei denn, es sind deine Kinder.. dann mache das bitte nicht). Kaufe Dinge, die einen Wert für dein Leben haben, aber keine, die dich von deinem Leben ablenken.