Öffentliches Tagebuch #3: Wissen, Harmonie und Stolz

Drei Videos sind bis zum heutigen Tag meiner Feder entsprungen.
Das Erste handelt von Informationsfluten, das Zweite erzählt von den Arten der Harmonie und wie man sie erreicht und der Dritte im Bunde kümmert sich um den verruchten Stolz.
Es macht mir Spaß diese Videos zu produzieren, sich Skripte zu schreiben und auswendig zu lernen, Outtakes zu schneiden und einen kleinen Daumen hoch zu bekommen, aber auch meinen Blog will ich nicht vernachlässigen.

Meine drei Videos lassen sich als Dreifaltigkeit eines guten Lebens interpretieren. Wer mit Wahrheit und Unwahrheit umgehen kann und sich in seinem Wissen nicht festlegt, bleibt beweglich im Geiste. Wer von den Bändern weiß, die uns an alles existierende und nicht existierende knüpfen, der kann harmonisch seinen inneren Frieden finden. Wer zudem noch im Moment lebt und darin zufrieden und stolz, aber nicht selbstgefällig, sondern gütig und bescheiden bleibt, der ist mit allen Wassern gewaschen.

So bin ich nicht. Schon wieder erscheint ein klaffender Spalt, der mich von meinem Ideal-Ich trennt. Es wäre einfacher, sich nicht als Wesen zu sehen, sondern als einen Prozess, der sich unvermeidlich an sich selbst und die Außenwelt anpasst, aber schwer lässt sich dieser Zustand erreichen, denn es wäre der bestmögliche Zustand. Wäre ein jeder so, dann wäre nichts Schlechtes an der Welt, höchstens Fehlgeleitetes oder Verwirrtes.

Wenn ich jetzt aus meinem Fenster schaue und die Vögel sehe, die auf Bäumen zwitschern und Neste bauen, so frage ich mich, ob nicht unser Streben für unser Klagen verantwortlich ist. Würden wir nicht mehr wollen, hätten wir keinen Grund über den abstrakten Begriff des Potentials zu sinnieren, während wir traurig feststellen, es nicht zu entfalten. Wieder erscheint die Erwartung als der Endgegner im Spiel des Glücks. Der Vogel, der ein paar Zweige für ein größeres Nest sammelt hat nicht die Erwartung, dass er schnell damit fertig ist, er sofort die richtigen Hölzer findet und sich bei Nacht in sein Luxusnest kuscheln kann. Er sammelt einfach ein paar Zweige, zwitschert dabei ein Lied und freut sich auf die Paarungszeit.

Ich frage mich ob auch Menschen so leben können. Ich möchte mir den Mund verbieten, aber so glaube ich doch schon Menschen gesehen zu haben, die diesen Lebensstil führen. Sollte dies so sein, wäre die folgerichtige Frage, wie man Ambitionen und Ruhe miteinander verknüpft. Wie man frei wie ein Vogel im Moment lebt und sich keine Gedanken über abstrakte Dinge macht, aber dennoch mit einem komplexen Verstand an neuen Dingen arbeitet, die Welt der eigenen Fantasie mit der Außenwelt verbindet.

Wieder scheint es mir am einfachsten zu sein, sich nicht so viele Gedanken um das Machen von zu vielen Gedanken zu machen. Ist es doch sehr einfach zu überleben und dabei noch Spaß zu haben, oder etwas freie Zeit zur eigenen Entwicklung zu nutzen. So kann man zwar eintauchen in die Welt der Philosophie, sich orientieren oder sogar verlieren, aber finden wird man nur die Methoden der anderen und nicht die eigene. Eine pragmatische Lebenseinstellung führt vielleicht auch zu Glück, wahrscheinlich sogar noch schneller und effizienter als die Methode eines verkopften Philosophen, der in der Neuzeit sowieso verlernt hat richtig zu leben oder es anderen beizubringen; sich stattdessen mit einer verworrenen Theorie nach der anderen umtreibt.

Für diesen Eintrag predige ich also etwas Pragmatismus, wende mich von dem Stress ab, die beste Theorie des Lebens finden zu müssen und lebe stattdessen die Praxis.

Öffentliches Tagebuch #2 Perfektion

Ich habe viele Fehler.
Aber dieses Chaos in mir, wenn etwas nicht nach meinen Vorstellungen geschieht, muss bewältigt werden.

In meinem letzten Post habe ich über Utopia gesprochen, dem perfekten Ort, an dem nichts Schlechtes ist. Ich habe auf soziologischer Ebene gezeigt, dass es sinnfrei ist, sich an dieser Perfektion zu orientieren, man lieber progressiv sein sollte, jedoch nicht auf gesellschaftlicher Ebene, sondern auf individueller Basis. Ich gehe erneut darauf ein, weil ich zeigen möchte, dass ich damit besser mit der Welt umgehen kann, aber meine persönliche Lage noch nicht davon betroffen ist. Auch wenn ich die Außenwelt nicht mehr so wichtig oder dramatisch sehe, gibt es bezüglich meines Innenlebens weniger Fortschritt.

In den letzten Wochen habe ich ehrlich gesagt eine negative Entwicklung in mir selbst beobachtet. Ich bin unausgeglichener und unruhiger als sonst, spüre seit einer Ewigkeit wieder etwas Angst in meinem Alltag und habe schlechteren Schlaf. Ich kann erahnen woher diese Gefühle kommen: Durch eine Verkettung vieler Ereignisse bin ich den Großteil des Tages vollkommen alleine, die wenigen Menschen die ich sehe, sind entweder Vorgesetzte oder Kollegen, die sich so aufführen. Einsamkeit hat entgegen meiner Erwartung einen negativeren Effekt auf mich, als ich antizipiert habe. Ich lerne also: Ich muss mehr Kontakt mit anderen Menschen haben.

Zu meiner Einsamkeit kommt noch der Umstand, dass ich mich letztens in einer zwischenmenschlichen Beziehung, die mir sehr wichtig ist, ziemlich daneben benommen habe, was aus meiner subjektiven Sicht etwas seltener geworden ist. Ich benahm mich daneben, war unausgeglichen und problemorientiert, weil.. weil gar nichts. Es gab keinen Grund, keine Entschuldigung für meine Unzulänglichkeiten. Was kann ich daraus lernen? Ich muss mir mehr Mühe geben den Menschen, um mich herum eine angenehme Zeit zu bieten.
Damit meine ich kein automatisiertes devot Sein, aber bewusstes Dienen. Ich muss mich bewusst für andere zurückzunehmen oder manchmal auch aus dem Fenster lehnen, damit ich mir selbst genüge.

Ich habe letztens über dieses „selbst genügen“ nachgedacht. Wenn man sich selbst genügen soll, egal wie man ist, was kann mich dann antreiben? In meinem zweiten Podcast spreche ich über Ziele, dass man sie ersetzen sollte durch Systeme, durch Routinen. So wird aus dem Weg das Ziel. Ich habe also eine Idee: Ich sollte mich durch meine Taten definieren.
Dadurch führen meine routinierten Handlungen schon zu einem Gefühl des Erfolgs. Damit spare ich mir das Warten auf nicht absehbaren Folgen dieser Handlungen, die man als Meilensteine nehmen könnte.

Wenn man diesen Ansatz der Selbstdefinition wählt, kommt man nur durch harte Arbeit (die übrigens so heißt, weil sie hart ist) zu einem positiven Selbstbild. Ein unproduktiver Tag tötet also das Selbstwertgefühl. Eine von Angst getriebene Arbeitsmoral. Hmm.. Mir muss etwas besseres einfallen.

Wie wäre es, wenn wir uns etwas überlegen, um mit diesen unproduktiven Tagen umzugehen? Heute habe ich mich sehr unproduktiv gefühlt, auch wenn ich das objektiv gar nicht war. Ich musste mich erst hinsetzen und diesen Blogpost schreiben, um positiv zu denken. Produktivität ist also ein gutes Gegenmittel gegen unproduktive Tage? Faszinierende Einsichten Leon, wenn du so weiter machst krönt man dich noch zum Kaiser der Philosophen, zum nächsten Marc Aurel.
Chill. Ich meine das ernst: Was ist denn der wirkliche Grund, dass wir uns manchmal nicht nach Produktivität fühlen?
Meines Erachtens liegt es an einer fehlenden Variable in der Gleichung eines guten Tages.
Diese Variable nennt sich Entscheidung. Wenn wir jeden Morgen entscheiden, was der Tag sein wird, dann ist es okay, wenn wir uns für einen unproduktiven Tag entscheiden, der unsere Batterien wieder auffüllt. So können wir unseren „Cheat-Day“ tatsächlich für das Aufladen benutzen und kritisieren uns nicht den ganzen Tag für unsere Faulheit.
Heute habe ich mir vorgenommen produktiv zu sein, also bin ich erst happy, wenn ich tatsächlich produktiv war, so wie ich es definiere: Ich habe geschrieben.
Ich gebe es zu, ich habe nicht das Gefühl eine unglaublich energiegeladene Person zu sein, vielleicht mache ich aber auch wieder ein paar Dinge falsch. Mir kommen spontan Schlaf, Meditation, Routine, Beziehungen, Ernährung und Sport in den Sinn. Ich werde in Zukunft etwas an diesen Stellschrauben drehen, um herauszufinden wie ich die Tage, an denen ich Spitzenleistungen erbringe, wiederholen kann.
Also was habe ich gelernt? Wir müssen uns täglich entscheiden was wir wollen und brauchen, dann können wir uns nicht mehr so leicht enttäuschen.
Aber warum fühlen wir uns denn jetzt nicht immer nach Produktivität? Ab Oktober besuche ich Psychologievorlesungen, da frage ich mal nach, okay? Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ich habe gemerkt, dass das Chaos in mir in direkter Relation zu meinen Erwartungen steht. Nur wenn ich Ordnung will, kann mich das Chaos enttäuschen.
Das soll kein Aufruf zu Anarchie sein (obwohl?), sondern ein Aufruf unsere Erwartungen als das zu sehen, was sie sind: Ein mächtiges Werkzeug was uns zerstört, wenn wir ihm nicht mehr gefallen, aber uns durch unser Leben trägt, wenn wir darauf stehen können. Wie immer ist die goldene Mitte die beste Lösung:
Wir müssen etwas von uns erwarten, aber unsere Fehler einkalkulieren, dabei versuchen sie zu minimieren oder zu beseitigen, ohne Selbsthass oder Frust.

Denn ich habe zu viele Fehler, um anders vorgehen zu können.

Perfektion ist lediglich das Erfüllen unserer Erwartungen. 

Öffentliches Tagebuch #1 Warum und wohin?

Verdammt.

Jeder Mensch, der sich intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung, Wachstum und seinem Erfolg auseinandersetzt, kommt irgendwann zu dem Punkt, an dem ich jetzt stehe.
Tausende Videos und Artikel habe ich zu fast allem geschaut und gelesen und doch gibt es noch so viel mehr zu wissen. Es geht nicht mehr weiter. Es sei denn..

Ich setze um, was ich gelernt habe.

Was habe ich gelernt? Ich möchte dazu eine kleine Geschichte erzählen:
Letztens arbeitete ich etwas vor mich hin, als die Frau aus der anderen Abteilung ein Gespräch mit mir aufnahm. Sie ist begeisterter Veganer, Tierschützerin und baut selbst gerne Möbel für Ihre eigene Wohnung und letztens sogar eine kleine Mauer für eine Außendusche im Garten. Soweit so gut, eine nette Ablenkung von der Monotonie, doch einige Zeit nach unserem Gespräch hörte ich, wie sie mit einer anderen Mitarbeiterin sprach. Die Rede war von einem Erbe, der Erbschaftssteuer und Geld. Ich horchte auf, mich interessiert alles, was ich zu diesem Thema herausfinden kann, sei es noch so wenig. Dann geschah es. „Um Reich zu sein, muss man Glück haben, in der Lotterie gewinnen oder sowas.. Und das verliert man dann sowieso ganz schnell.“
Aua. Wenn ich eine Sache über Erfolg gelernt habe, dann ist es der Fakt, dass man an sich glauben muss, um ihn zu haben. Eine Telefonnummer als Kontostand haben zu wollen ist ein mögliches Ziel, aber wenn man sich auf eine Lotterie und nicht auf sich selbst verlässt, also seine Verantwortung abgibt, hat sich dieses Ziel schon erledigt. Unmöglich.

Erfolg setzt sich im Großen und Ganzen aus 4 Faktoren zusammen:
1. Potential
2. Tun
3. Folgen
4. Überzeugung

Kannst du tun, was du dir vorgenommen hast? Tust du, was du machen wolltest? Sind die Ergebnisse deines Handelns im Einklang mit deinen Zielen? Glaubst du an dich?
Jeder Faktor davon bestimmt die anderen jeweils mit. Solltest du kein Potential in etwas haben, klappt es nicht. Solltest du es nicht tun, gibt es nichts, was klappen könnte. Hat dein Handeln absolut unerwartete Ergebnisse, die dich nicht weiterbringen? Ändere den Kurs oder es klappt nicht. Du glaubst nicht an dich? Du hast schon verloren.
Bei richtiger Wahl des Bereichs, hast du das Potential, du kannst immer daran arbeiten und zwar täglich, die Folgen lassen sich bestimmen und deine Überzeugung wächst mit jedem neuen Erfolg. Anstatt eine Abwärtsspirale in Gang zu setzen, erschaffe lieber eine Aufwärtsspirale, die dich gnadenlos in den Himmel reißt. Da die meisten Menschen unglaubliches Potential in fast allen Dingen haben, kannst du ruhig davon ausgehen, dass du einfach anfangen musst.

Henry Ford sagte einmal:Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten. Stimmt.
Ich persönlich habe schon immer diesen Splitter im Kopf, der mir sagt, dass ich das alles kann. Dieser Splitter ist mehr wert als alle Talente, Erfahrungen und Errungenschaften, weil er es mir ermöglich selbst unter den schlechtesten Bedingungen, dem niedrigsten IQ und gebrochenen Knochen noch etwas zu reißen. Dieser Splitter ist Glaube an mich selbst und mein Potential, aber auch der Selbsthass, wenn ich mich in 20 Jahren im Spiegel ansehen würde und weiß, dass ich die besten Jahre meines Lebens als Sklave für ein geringes Gehalt abgesessen habe. Ich nenne ihn nicht grundlos einen Splitter, manchmal tut er weh, aber es ist ein Zeichen der Autonomie und Kraft, wenn man sich für den Schmerz der Disziplin entscheidet, wenn man auch den Schmerz der Schuld und Reue wählen könnte, weil man seine Träume nicht verwirklicht hat.

Wir verwirkliche ich also mein Potential, sodass dieser Splitter mich nicht eines Tages umhaut? Nun, ich habe bereits begonnen. Ich schreibe einen Blog, ist zwar wahrscheinlich eine ganze Menge Nonsense dabei, aber irgendwas wird kleben bleiben, wenn ich es ins Netz werfe. Ich mache einen Podcast, damit noch mehr Menschen mich hören können, in der Gruppe auf Facebook kommunizieren wir miteinander, unterstützen uns gegenseitig, auf YouTube gibt es persönliche Vlogs und bald bringe ich ein Buch raus.
Was hat sich also geändert? Ich bin aktiv: Die Planungsphase ist vorbei, jetzt wird umgesetzt. Es wird nicht mehr genörgelt oder aufgeschoben, denn ich habe eine Motivation.

Die Schule ist gerade vorbei und mir wird klar, wie die Erwachsenenwelt funktioniert. Die meisten springen ihr gesamtes Leben von einem Job zum Nächsten, bilden sich dabei nicht sonderlich weiter und sind mit ihrem Wochenende zufrieden. Ich möchte das nicht, also will ich für die Dinge bezahlt werden, die ich gerne mache: Dinge schreiben, öffentliche Reden halten und mich weiterentwickeln. Alles was ich vorhabe, kann wiederholt werden, also hoffe ich, dass dieser Blog eine Art Vorlage für den Erfolg wird. Jetzt muss ich mich nur noch an die Arbeit machen.

Was sind die nächsten Schritte? 
Ich muss einige Podcasts aufnehmen und hochladen, am liebsten drei auf einmal, dürfte kein Problem sein. Geplant habe ich bis jetzt Episoden über Lebensphilosophie, Motivation und Zielen.
Ich muss mein Buch weiterschreiben, es handelt sich dabei um eine kommentierte Sammlung all meiner Gedichte bis jetzt. Mir gefällt es daran zu arbeiten. Kein Problem.
Ich muss viele Blogposts schreiben, am liebsten täglich. Schaffe ich.
Ich muss eine Internetfirma aufbauen, die mir genug Einkommen beschert, um frei zu sein. Wie mache ich das denn?

Wenn ich etwas gut kann, dann mich in ein Thema einzuarbeiten. Wenn ich mehr finanzielle Freiheit erreicht habe, gibt es darüber einen Podcast und eine Schritt für Schritt Anleitung.
Ich verbleibe mit etwas Angst vor meinen Zielen und ein wenig Hoffnung in meine Fähigkeiten.